Schlaflose Nächte und die gute Nachricht

Schlaflose Nächte und die gute Nachricht

„Schlaflos in Burgholzhausen“ – So könnte man die Vorgänge der letzten beiden Nächte kurz mit dem leicht abgewandelten bekannten Filmtitel zusammenfassen.

Schlaflos – Teil 1: Die Feuerwehren waren im ganzen Stadtgebiet heute Nacht nach dem Unwetter im Einsatz. Inzwischen befreien Bauhofmitarbeiter und die Anwohner Straßen und Gehwege von unzähligen großen und kleineren Ästen. Der Erlenbach ist bestens gefüllt. Wer heute Morgen mit öffentlichen Verkehrsmitteln los musste, wurde auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Kein Zug kam aus Richtung Friedberg. Der Stadtbus fuhr auch nicht im normalen Rhythmus. Man sah Leute geduldig an der Haltestelle an der Königsteiner stehend oder weniger geduldig zu Fuß Richtung Friedrichsdorf marschierend. Wer es immerhin mit der Taunusbahn nach Bad Homburg geschafft hatte, strandete dort auf ungewisse Zeit am Bahnhof. Keine S-Bahnzüge zwischen Friedrichsdorf und Rödelheim. Immerhin fuhr die U2 und ermöglichte dann einigen doch noch ein Weiterkommen bis zum Arbeitsplatz. So kann sicherlich jeder seine Geschichte erzählen. Die Luft in den Morgenstunden wunderbar klar – genau das, was man zum Durchatmen heute brauchte.

 

Gegen 3 Uhr wurden die Burgholzhäuser durch den aufkommenden Sturm und Gewitter unsanft aus dem Schlaf gerissen – wie in der ganzen Gegend. Der Wind und Regen peitschte von allen Seiten nur so um die Häuser. Es blitzte unaufhörlich. Und noch schlimmer: Es krachte wie wenn Blechkannen durch die Gegend scheppern würden – auch vom Donnergrollen, aber ganz ungewöhnlich schlug Hagel mitten in der Nacht heftigst an die Fenster, Hauswände und Dächer. Es war fast so, als wenn Eisplatten auf die Häuser gekracht seien und dort zersprangen. Echt heftig. Dabei wurde gestern noch in einem Fernsehquiz erklärt, Hagel entstehe meist in den Nachmittagsstunden nachdem sich die Luft in der Mittagszeit besonders aufgewärmt hat. Pustekuchen, es gibt auch Ausnahmen. „Ich dachte, es zerhaut mein Dachfenster“, erzählte der Monteur beim Brötchenholen in der Bäckerei. Der Nachbar berichtet von Hagelkörnern groß wie ein Tischtennisball. Man hört in Friedrichsdorf von durchgeschlagenen Carports und Hagelschäden an Autos und Rollläden. Eigentlich ist es ein kleines Wunder, wenn man sieht, wie viele Pflanzen diese Sturmnacht doch gut überstanden haben. Die Bauern sind sicherlich nicht ganz so glücklich davon gekommen – einige Getreidefelder sind vom Sturm verweht. Fest steht – in anderen Landesteilen war es nicht so „harmlos“ wie hier, auch wenn es den ein oder anderen den Schlaf gekostet hat. Leider warnen die Wetterdienste vor einer weiteren Schlechtwetterlage mit Gewitter und Starkregen.

 

Schlaflos in Burgholzhausen – Teil 2

… liegt einen Tag zurück. Kurz nach Mitternacht in der Nacht von Sonntag auf Montag sind viele Burgholzhäuser ebenfalls aus dem Schlaf aufgeschreckt. Vielfaches lautes Knallen wie bei Gewehrschüssen schallte durch die Nacht. War ein Jäger unterwegs, ein Feuerwerk im Ort oder hat die Dillinger Kerb kurzfristig zu später Stunde ein Feuerwerk abgebrannt, was bis nach Burgholzhausen zu hören war? Am Montag war diese Frage Tagesgespräch. Der erste Eindruck im Halbschlaf war: da schießt jemand mehrfach hintereinander mit einer Waffe. Da fährt einem der Schreck schon ganz schön in die Glieder! Zum Glück entpuppte sich das Ganze „nur“ als ein privates Feuerwerk.

Burgholzhäuser Stein des Anstoßes
Burgholzhäuser Stein des Anstoßes – steht auf rot

Rückfragen bei der Stadt Friedrichsdorf haben es bestätigt: Private Feuerwerke müssen vorher angemeldet und genehmigt werden, wobei das Ordnungsamt in der Regel solche Sondergenehmigungen nur an professionelle Anbieter erteilt. Der „Burgholzhäuser Stein des Anstoßes“ steht definitiv auf rot.

 

 

 

 

Die gute Nachricht: JUZ wieder als Jugendtreff genutzt

JUZ Burgholzhausen
JUZ Burgholzhausen (Bild: JUZ)

Zum guten Schluss noch eine positive Nachricht, vielleicht haben Sie es heute in der Tageszeitung bereits gelesen: Das JUZ, das Burgholzhäuser Jugendzentrum kann wieder von den Jugendlichen genutzt werden. Es diente für einige Zeit der Unterbringung von zwölf Flüchtlingen, für die nun eine andere Bleibe gefunden wurde. Frisch renoviert öffnet der Jugendtreff nach den Sommerferien für alle Jugendliche ab 12 Jahre. In den restlichen Sommerferienwochen dient es bei Regenwetter dem „Café Friedrichs“ von 16 – 21 Uhr bereits als Ausweich-Treffpunkt. (Bei schönem Wetter ist das „Friedrichs“ am Seulberger Bolzplatz an der Berliner Straße zu finden.)

 

 

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